gelesen: Markus Werner – Am Hang

Das Buch von Markus Werner geht lange relativ gemächlich vor sich hin. Es lebt eindeutig von den beiden Hauptcharakteren, dem Ich-Erzähler und seiner zufälligen Begegnung, Herrn Loos. Thomas Clarin, der Erzähler, ist ein Anwalt ohne feste, jedoch mit vielen sich abwechselnden Beziehungen. Herr Loos scheint von Beginn weg äusserst merkwürdig. Trotz der grundsätzlichen Verschiedenheiten ziehen sich die beiden gegenseitig an. Sie treffen sich an zwei aneinander folgenden Abenden und tauschen von Stunde zu Stunde und von Glas Wein zu Glas Wein persönlichere Geschichten und Meinungen aus.

Der Balkon fiel also aus, und nicht einmal spätabends war es mir vergönnt, in Ruhe dort zu sitzen und einen Ouzo zu trinken, denn auf dem Nachbarbalkon spielten zwei deutsche Paare ein Spiel, ich glaube ein Kartenspiel, bei dem man ständig mau oder maumau sagen zu müssen schien, es wurde stundenlang mau oder maumau gesagt und geschrien.

Was langsam und gemächlich beginnt, spitzt sich immer mehr zu einem grossen Finale zu. Der Schluss kommt schlagartig und sehr unerwartet. Er gibt viele Antworten, wirft aber noch mehr Fragen auf und lässt den Leser ratlos, nachdenklich und fasziniert zurück.

Markus Werner schreibt in langen, langen Sätzen und bringt doch einen schönen Fluss ins Buch. Mit seiner Sprache schafft er es, die besondere Stimmung zwischen dem Erzähler und Herr Loos einzufangen und wiederzugeben.

Nach der Hälfte hätte ich das Buch noch nicht weiterempfohlen. Nach dem ganzen tu ichs umso mehr. Liest dieses Buch!

Vielen Dank für das Buch, Carlo!

 

 

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