FCW am ESM – Schlussbericht

ACHTUNG: Aufgrund seiner Länge ist der folgende Text nicht für eine Kurzlektüre auf dem Klo geeignet. Vielmehr müsste vermutlich ein Kurzurlaub oder ein verlängertes Wochenende gebucht werden. Allenfalls könnte dies mit einem Langlauf-Kurs für den nächsten Engadiner kombiniert werden.

Bereits mehr als 3 Wochen sind vergangen. Mehr oder (eher) weniger haben wir uns alle für das grosse Ereignis vorbereitet. Doch von vorne:

Freitag: Das spektakuläre Wochenende startete am Freitag Nachmittag auf dem Parkplatz der Kreuzbleiche in St. Gallen. Wie dies beim Chaos-Ensemble des FCW so üblich ist, musste nicht lange auf das erste Missgeschick gewartet werden. Beim Einsteigen ins Auto (Danke Sascha!) ist doch tatsächlich der Knopf meiner Hose geplatzt. Vermutlich ist dies auf die vorzügliche Verpflegung bei Tante Renata kurz zuvor zurückzuführen.

7 Winkler machten sich bereits am Freitag auf die Reise ins Engadin. Die Fahrt über den Julier verlief im Grossen und Ganzen vorzüglich. Mit ‚Schlager Gold‚ (Danke Sascha!) geht einfach alles besser. Einzige Verwechslung: Anstatt des Feldstechers, der auf dem Julier fast schon zur Grundausstattung gehört, hatten wir lediglich die Teleskop-Taschenlampe dabei. (Danke Sascha!)

Gespannt waren wir auf die Zivilschutzunterkunft in La Punt. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr in Zernez befürchteten wir eine dunkle Kältekammer. Wir wurden äusserst positiv überrascht. Sogar der Hauswart war freundlich.

Bald wollten wir schon wieder nach St. Moritz weiterfahren, da am Freitagabend ein Nachtsprint (im Langlauf) angesagt war. Doch bereits kurz nach La Punt mussten diese Pläne revidiert werden. Plötzlich und unerwartet blieb unser Auto stehen. Der Überbrückungsversuch war erfolglos. So durften wir eine neue spannende Erfahrung machen. Wir wurden im Auto abgeschleppt. Allerdings nicht einfach mit einem einfachen Abschleppseil. Nein, der grüne Skoda wurde auf einen riesigen Laster aufgeladen. Diagnose nach kurzer Untersuchung: Kein Benzin, äh DIESEL (Danke Sascha!) mehr. (Und die Elektronik kaputt. Sonst hätten wir das natürlich schon bemerkt. Das ist jedoch nur unsere Version. An anderen Orten wird gemunkelt, dass uns wohl jemand bestohlen, und ganz dreist Benzin DIESEL aus dem Wagen gesaugt hat.) Auf jeden Fall haben deshalb einige von uns den Nachtsprint verpasst. Dafür genossen wir einen umso besseren Abend bei Jorge im La Punter Restaurant.

 

Der Samstag war dann nicht mehr ganz so spektakulär. In St. Moritz trafen wir auf unseren Fanclub, die Reiseleitung und die (wahrscheinlich) nächstjährigen Engadiner-Teilnehmer Laura und Stephi. Mit ganz grossen Schritten zogen wir durch St. Moritz. Im Marathon-Gelände holten wir die Startnummern und Moritz klapperte jeden Stand ab, bei dem es etwas gratis geben könnte. In einem kleinen aber feinen Restaurant in einer St. Moritzer Seitengasse genossen wir die perfekte Langlauf-Ernährung: PIZZA! Zurück in der Unterkunft trafen wir dann auf die restlichen Winkler Langläufer. Das FCW-Team war komplett.

 

Sonntag: Mit guter Stimmung und geschätzten 4 Kilogramm Sonntags-Zopf gings mit dem Sonderzug nach St. Moritz. Im Bus von dort weiter zum Start änderte sich die allgemeine Gemütslage bei einigen Winklern jedoch ziemlich schnell. Der Bus wollte einfach nie an seinem Ziel (bzw. unserem Start des Engadiners) ankommen. Und wir wussten: All das und noch viel mehr müssen wir heute noch auf diesen komischen schmalen Latten zurücklegen.

Wie schon im letzten Jahr war die Atmosphäre am Start etwas ganz Besonderes. Die Luft war noch kalt, die Vorfreude gross, die Angst und Ungewissheit jedoch auch. Startschuss. Taktisch unklug wie wir sind, reihten wir uns ganz hinten ein. Ungünstiger Nebeneffekt: Die ersten Müdigkeitserscheinungen in Armen und Beinen traten bereits ein, bevor die Startlinie überquert wurde.

Mit flottem Tempo jagten die neun Neo-Colognas über die gefrorenen Seen. Auch die kompletten Langlauf-Neulinge Nici, Adi und Moritz machten eine äusserst gute Figur. Ab Kilometer 10 wurde es dann etwas mühsam. Anfänger und Untrainierte verursachten lange Warteschlangen und verhinderten eine Top-Zeit in den ersten 6000 Rängen. So verbrachten wir einen gemütlichen Sonntag im schönen Engadin bei wirklich phantastischem Wetter. Die Kooperation des Engadiner-OKs mit der Sonne hätte besser nicht sein können.

Sehr willkommene Abwechslungen waren unsere beiden Fanclubs, die sich in regelmässigen Abständen aufstellten und uns Motivation zusprachen. Noch einmal vielen Dank für das tolle Plakat von Laura und Stephi, welches wir sogar zwei Mal klar und deutlich bewundern durften!

Auch Stürze konnten in diesem Jahr wieder verzeichnet werden. Zwar konnte der Sturz-Rekord von Lars (dieses Jahr als Supporter anwesend) bei weitem nicht getoppt werden. Und doch ging so mancher Winkler das eine oder andere Mal zu Boden. Am Schlimmsten hats wohl Adi erwischt. Nicht-Experten und amüsierte Beobachter vermuteten eine ausgekugelte Hüfte. Aufgrund des Stazerwald-Crashes konnte der grosse Appenzeller (Hopp Innerrhoden!) sein zuvor horrendes Tempo nicht durchziehen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr war der Abschnitt über den Flugplatz in Samedan wie ein gemütlicher Sonntagsspaziergang. Ohne Wind ists einfach angenehmer. Nur Schlieri hatte eine gewisse Zeit lang zu kämpfen. Mit einem Stock weniger geht dieser Langlaufsport einfach nicht gleich gut.

Das Schlimmste hatten wir dann aber noch vor uns. Die berühmt berüchtigten Golan-Höhen verlangten uns alles ab. Nur schleppend kämpften wir uns die letzte Steigung hinauf. Und als wir oben waren, haben wir bemerkt, dass es in ein paar hundert Metern mit der nächsten Steigung weiterging. Dieses Szenario spielte sich über 9 Kilometer geschätzte 15 Mal ab. Mit dementsprechend müden Beinen überquerten wir vier bis fünf Stunden nach dem Start die Ziellinie in S-Chanf. 42 Kilometer weit weg von Maloja. Eine riesige Leistung und eine Erlösung für so manchen Körper.

Leider kamen nur acht der neun angetretenen Winkler zur krönenden Medaille im Zielgelände. Raffaele, der ambitionierte (griechische) Deutsch-Italiener musste das Rennen 9 Kilometer vor Schluss abbrechen. Der Arztbericht liegt der Redaktion leider nicht vor. Deshalb kann über die Gründe des abrupten Endes nur spekuliert werden. Doch Raffaele war sicherlich nicht der einzige, der nicht die gesamten 42km absolvierte. Nein, auch die schöne rote Rennmütze von Schlieri hats nicht ganz nach S-Chanf geschafft. Das Ende einer schönen, langen und innigen Beziehung zwischen der Kappe und seinem Träger.

 

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden, ob Langläufer oder Zuschauer, einig: Der Engadin Skimarathon 2013 war ein grandioses Erlebnis, das wir nicht so schnell vergessen werden. Doch was den Engadiner 2014 angeht, gehen die Meinungen der Winkler weeeeeit auseinander. „Nie wieder!“, sagte Nici bereits 200 Meter vor der Ziellinie. Auch Jack verkündete im Ziel (bereits wie im letzten Jahr), dass dies sein letzter Engadiner wäre. Andere waren da nicht ganz so strikt und wollten eine nochmalige Teilnahme nicht partout ausschliessen. Wir dürfen gespannt sein, wer im nächsten März den Sonntagsspaziergang von Maloja nach  S-Chanf in Angriff nehmen wird.

Abschliessend möchte ich mich bei allen bedanken, die das Engadiner-Wochenende zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben. Hat extrem Spass gemacht mit euch allen!

HEJA!

 

(Wahrscheinlich gibt es viele Episoden und Anekdoten, die ich in meinem Bericht vergessen oder verschwiegen habe. Deshalb bitte ich meine Mitstreiter und alle anwesenden Zuschauer zu ergänzen, was noch hätte gesagt werden müssen.)

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