4. Offizielle St. Galler Tichu-Meisterschaft

Letzten Freitag, dem 8. Juni, war es endlich wieder an der Zeit. Die kleine, aber feine ostschweizer Tichu-Gemeinschaft traf sich, um den „wichtigsten Tichu-Titel der Schweiz“ ein weiteres Mal zu verleihen. Heute in der Hauptrolle: Die drei Sieger! „Wieso 3?“, werden sich erfahrene Tichu-Füxe fragen. Man spielt doch immer zu zweit. Doch bei der OSGTM ist erfahrungsgemäss alles ein bisschen aussergewöhnlich, und so kam noch eine Orakel-ähnliche Persönlichkeit mit ins Spiel (mehr dazu später).

Der bisher ungeschlagene, allerding zu 50% abwesende OSGTM-Titelverteidiger Kargel konnte auch an der 4. Austragung des Turniers (nachdem er schon bei der 2. OSGTM durch seine Abwesenheit glänzte) wegen „Nicht-Anwesenheit“ und „Schule“ nicht teilnehmen. Das Turnier-OK hofft, dass er seine Schulstunden am Freitag Abend produktiv nutzte und sich nicht zu sehr der Prokrastination verschrieb.

So schickte er seinen Sieger-Partner des letzten Turniers, Hägi, auf seine ganz eigene „Road to Munich“. Eins schon vorab: Der einzige Weg für Hägi, München zu erreichen, wird die Abschlussreise des FC Winkeln sein. Denn die Mission Finale, geschweige denn Titelverteidigung, scheiterte grandios… Die Ironie der Geschichte: Mitverantwortlich dafür, war wahrscheinlich auch noch der „grösste“ Münchner unter den anwesenden Tichufanten.

Nachdem die Teilnehmer ihre Spielkenntnisse aufgefrischt haben und wieder wussten was Tichus, Grosse Tichus, Bomben, Drachen, Phönixe und Hunde sind (hier eine Auffrischung für den unkundigen Leser), startete das Turnier mit den folgenden Teams:

  • Drachen: Grüeni & Michi
  • Phönix: Lars & Raphi
  • Hund: Hägi & Holger
  • Mahjongg: Stephi & Philipp

Gut eine Stunde nach Anpfiff der EURO 2012 nahm auch das Spektakel in der Tichu-Arena ihren Lauf. Wie man es für Polen gegen Griechenland erfahren durfte, war die erste Tichu-Runde von einer gut organisierten Defensiv-Taktik und einem schleppenden Spiel geprägt. Sehr wenige Punkte und und ein knappes Ergebnis waren die logische Konsequenz daraus. Einziger Unterschied zu den 22 Fussballern in Warschau: Platzverweise gab es (noch) keine.

Rotekarte

Szczesny erhält beim Eröffnungsspiel die rote Karte.

Das Highlight der ersten Partie: Das versuchte Zeitspiel von Routinier und „Titelverteidiger auf einsamer Mission“ Hägi. Kurz nach der ersten Führung seines Hunde-Teams, setzte er zum philosophischen Telefongespräch an. Klar und deutlich versuchte er seinem Gesprächspartner zu verklickern, wie denn ein „Date“ zu definieren sei. (Hier nur ein kleiner Protokollauszug aus Hägis Telefonat: „Wenn du dich mit einer Frau triffst, die du nicht kennst, dann ist das ein Date.“) Dieses hochspannende Thema bietet genügend Stoff für einen eigenen Blog-Post. Wer weiss? Vielleicht schreibt Hägi bald einmal einen Gastbeitrag.

Die Sieger der ersten Runde waren die feuerspeienden Drachen und das Mahjongg-Team, das allerdings noch etwas am Feintuning arbeiten musste.

Die zweite Runde ist schnell erzählt. Mahjongg gewinnt gegen die Dobermänner (oder Chihuahuas?) mit 810 zu 190. Die Drachen konnten die farbigen Phönixe mit einem ähnlich hohen Resultat bezwingen. Alles deutete auf einen Zweikampf zwischen den Siegern des 2. OSGTM vor einem Jahr und dem gut harmonierenden Mahjongg-Gespann hin.

Und dieser Final hatte es in sich. Das nicht vorhandene Publikum kam in den Genuss eines packenden Schlagabtausch. Während die Tschechen keine wirkliche Konkurrenz für ihre russischen Gegner waren, spielte sich der vierte OSGTM-Final auf Augenhöhe ab. Man näherte sich im Gleichschritt den siegbringenden 800 Punkten; mit leichtem Vorteil für das Mixed-Team (Frauentore zählen doppelt) „Mahjongg“. Und plötzlich kam bei den Drachen ihr drittes Teammitglied ins Spiel: Grüeni, in einer verzwickten Situation gefangen, brauchte Rat und suchte diesen bei seiner Berufsschul-Deutschlehrerin (Name der Redaktion bekannt), bei welcher er einige Stunden zuvor seine LAP-Prüfung absolvierte und eine Novelle auf die Wandtafel zeichnete. In seiner telepathischen Konversation wollte er wissen, ob er denn ein Grosses Tichu ansagen soll. Die überzeugende Antwort: „Grüeni, nimm deinen ganzen Mut zusammen und mach es!!!“

Gesagt, getan. Gegen ein übermenschliches, mit zwei Bomben bestücktes Blatt, hatte Grüeni ein noch übermenschlicheres, und mit zwei besseren Bomben bestücktes Blatt. Die sagenumwobene Deutschlehrerin (Deren Tochter, eine Hälfte der „Schinkengipfeli-Fraktion“, übrigens auch schon OSGTM-Teilnehmerin war.) führte die Vorentscheidung herbei und wurde von Michi und Grüeni zu einer Messias-ähnlichen Halbgottheit hochstilisiert. Den Verlierern Stephi und Philipp blieb nichts anderes übrig, als sich gegen diesen übermächtigen Gegner geschlagen zu geben und dem wohlverdienten Sieger herzlich zu gratulieren.

2012-06-08_23

Die Sieger: Michi & Grüeni (In der Langlaufszene auch bekannt als Trikotzupfer und Schlieri)

Bis zur nächsten Austragung des Turniers dürfen Michi und Grüeni nun den Titel „Offizielle St. Galler Tichu-Meister“ in ihrem Namen tragen. Natürlich wurden sie auch auf der „OSGTM-Ehrentafel“ verewigt.

Auch diesmal war der Anlass wieder ein voller Erfolg. Wir freuen uns auf das nächste Mal!

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