One Week of Baseball: Day 5

In Dunkelheit gehüllt, sitze ich aufrecht im Bett an die Wand gelehnt. Es ist mitten in der Nacht. Manchmal 2.00 Uhr, heute ist es kurz nach 4. Die einzige Lichtquelle in der Umgebung (wenn in der Küche des Schwarzen Engels nebenan mal nicht noch aufgeräumt wird) ist der Laptop auf meinen Knien. Durch das Live-Abspielen des Matchs tönt er wie ein grosses Passagierflugzeug Sekunden vor dem Start. In meinem rechten Ohr steckt ein Kopfhörer damit ich dem Fernsehkommentar folgen kann. Da neben mir verbringt die Zeit jemand im Tiefschlaf. Aus diesem Grund auch der spezielle Jubel bei Punkten und anderen guten Aktionen der Padres. Lautlos aber euphorisch fuchtle ich mit meinen Händen in der Luft herum, mache Siegesposen. Aber wie gesagt, ohne dabei einen Ton abzugeben. Sonst wird sie noch in ihrem Schlaf gestört. Das letzte was ich mit meiner Baseball-Faszination erreichen will. In meiner Hand eine Dose eines energiegeladenen Getränks. Daneben oftmals eine Schale mit Gummibären oder ähnlichem. Heute sind es M&M’s. Ich ganz alleine, mitten in der Nacht, und die San Diego Padres, mehr als 9000 Kilometer liegen zwischen uns. Die ‚Stadt‘ um mich herum steht still um diese Zeit (mit Ausnahme des Hobby-DJ’s in unserer Nachbarschaft). Alles reduziert sich auf diesen kleinen Bildschirm und ein Spiel der San Diego Padres. Eines von insgesamt 162, welche sie während einer Saison bestreiten. Über dieses spezielle Gefühl, mitten in der Nacht ein Spiel zu schauen, welches tausende von Kilometern entfernt stattfindet, schreibt auch Supriya Nair auf dem schönen Fussballblog Run of Play. Sie schaut sich jeweils wichtige Champions-League Spiele in Indien an. Andere Sportart, anderer Ort, aber mindestens so interessant. Fast noch spezieller finde ich die Geschichte von Shashank Bengali. Als Journalist bereist er regelmässig Konfliktzonen und Kriegsgebiete in aller Welt. Dennoch kann man es ihm nicht nehmen, dass er sich die wichtigen Spiele seiner Lieblingsmannschaften aus Nordamerika ansieht. Und dies mit allen erdenklichen Mitteln. Eine schöne Beschreibung seiner Person findet man am Schluss des Texts:

Shashank Bengali, National Security Editor for the McClatchy group of newspapers has reported from nearly 40 countries and conflict zones across Africa, Asia, and the Middle East, but still counts Game 7 of the 2010 NBA Finals among his most stressful moments.

 

Nun zum Spiel: Heute treten die San Diego Padres gegen die Phillies aus Philadelphia an. Ein Team, das in den letzten Jahren stets um den Titel der MLB mitspielen konnte. Doch auch Philadelphia hatte keinen Start nach Mass. So muss der Stärkenunterschied nicht mal so riesig sein. Doch sehr gut stehen die Aussichten nicht. Die letzten 11 Spiele, welche San Diego zu Hause gegen Philadelphia gespielt haben, wurden verloren. Der letzte Sieg gegen die Phillies im Petco-Park gehen auf das Datum des 16. August 2010 zurück. Doch Serien sind ja schliesslich da, um gebrochen zu werden.

Für San Diego pitcht ein richtiger Rookie. Joe Wieland, Jahrgang 90 (für einen Baseball-Spieler ist dies sehr jung), spielt heute erst sein zweites Spiel in der amerikanischen Profiliga. In seinem ersten Spiel am letzten Samstag war er überhaupt nicht erfolgreich und verhalf dem Gegner zu einigen Runs. Und so war auch gleich das erste Inning. Er war sehr unsicher, hatte Mühe seine drei Outs zu erzielen. Mit grossem Aufwand und etwas Glück konnten die Phillies lediglich einen Run erzielen.

Joe

Doch Wieland verbesserte sich in den folgenden Innings und spielte sehr stark. Er liess in seinen folgenden 5 Innings keinen weiteren Run mehr zu. Danach war sein Tag zu Ende und er wurde ausgewechselt. Leider hatte aber auch der gegnerische Pitcher Vance Worley einen äusserst guten Tag. Er liess den Padres kaum Chancen zu. Und wenn einmal Chancen zur Stelle waren, machte er sie zu Nichte. (Ok, zum Teil waren es auch die San Diego-Spieler selbst, die sich ihre Chancen versauten.) Drei Mal schafften es die Padres einen Spieler auf die dritte Base zu befördern. Allerdings schafften sie es nie, den Spieler auch noch die restlichen 90 Fuss (27.4m) zurück zur Home Plate laufen zu lassen. Dadurch, dass beide Seiten sehr gut warfen, blieb das Spiel lange beim Spielstand von 1-0 für die Phillies. Im 9. Inning konnten die Phillies ihren Vorsprung jedoch verdoppeln und erhöhten auf 2-0. So mussten die Padres in ihrer Hälfte des 9. Innings mindestens 2 Runs erzielen, um zumindest ein Extra Inning (quasi Verlängerung) zu erreichen. In ihrer momentanen Form verwunderte es allerdings nicht, dass sie dieses Ziel mit grosser Deutlichkeit verfehlten. Es blieb beim 2-0 für die Phillies. Das Leiden der Padres-Fans geht weiter. San Diego hat erst drei Spiele gewonnen und bereits 11 verloren und sind in ihrer Division schon weit abgeschlagen. Klar, die Saison geht noch ziemlich lange, allerdings wäre es doch Vorteilhalft, wenn man etwas besser gestartet wäre. Die Ranglisten der MLB sind hier zu finden. San Diego spielt in der National League West.

Auch für die nächsten zwei Spiele gegen die Phillies dürfte es für die Padres schwierig werden. Sie treten gegen zwei der momentan stärksten Pitcher der Liga an: Cole Hamels und Roy Halladay. Es benötigt offensiv eine starke Besserung, um ein Chance auf den Sieg zu haben.

Philadelphia Phillies 2

San Diego Padres 0

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