Abenteuer Engadiner Skimarathon – Teil XX: Der "Engadiner"

Schon fast zwei Wochen sind seit unserem persönlichen Triumph vergangen. Die glorreichen 7 konnten den Engadiner erfolgreich beenden. Die Erinnerungen sind langsam verdaut. Der Stolz über das geleistete ist jedoch immer noch der selbe.

Das Wettkampfwochenende startete wie geplant. Am Samstag Morgen holten Jack und ich unsere Langlaufausrüstung ab. Ein paar Wochen zuvor haben wir die Schuhe, die dünnen Skier und die langen Stöcke gemietet. Jetzt stand das ganze Equipment abholbereit im Sportgeschäft. Das einzige, was auf unser etwas ungewöhnliches Unterfangen hinwies, war unsere Fragen, wie man denn in diese Bindung hinein komme. Das Einsteigen sei kein Problem, mühsam sei mehr das raus kommen, so die Antwort der Verkäuferin.

Nun gut. Am Abend war dann der letzte Teil unserer langen Vorbereitung eingeplant. Der Schützengarten-Cup im Gründenmoos. Ein Vorbereitungsturnier für regionale Firmenmannschaften, bei welchem die ersten Mannschaft des FC Winkeln quasi als Star-Gast teilnahm. Es kam, wie es kommen musste. Der Turnierfavorit konnte seine Erwartungen nicht im geringsten erfüllen und belegte im Schlussklassement den dritten Rang. Dies nebenbei. Den Noch-Fussballern und Schon-Bald-Langläufern wurde eine Einsatzzeit von lediglich 45 Minuten zugetraut. Böse Zungen behaupten, Jack (der Trainer und ebenfalls Teilnehmer am ESM) habe dies aus dem Grund gemacht, um mögliche Ausreden zu verhindern, falls jemand hinter ihm ins Ziel käme.

Noch vor dem Spiel um den 3. Schlussrang musste dann das 7er-Team frühzeitig abreisen, um im Engadin auf genügend Schlaf zukommen. In Extremis kam noch Frage 9 der letzten Fragen zum Einsatz. So ganz spontan waren wir dann doch noch ziemlich froh um Grosis Auto. Als Jack dann auch noch den richtigen Weg zum Vereina-Autoverlad gefunden hat, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen.

In Zernez, unserem Übernachtungsort, angekommen, wurden wir bereits von unserem Management erwartet. Dank ihnen stand uns quasi ein gemachtes Bett bereit. Bei gefühlten -10 Grad übernachteten wir in der Zivilschutzanlage von Zernez.

Um 6.26 startet dann unsere Reise in Richtung Start in Maloja. Irgendwie ist uns aufgefallen, dass wir schon am Bahnhof Zernez von vielen Mitstreitern komisch beäugt wurden. Es schien fast schon so als eilte uns unser Ruf voraus. 

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Mit Zug und Bus und ohne grösseren Zwischenfälle gings dann in einer Rund 2-stündigen Fahrt nach Maloja. Die Anspannung, aber auch die Vorfreude stieg rasant an. Die letzten Entscheidungen über Verpflegung und vor allem Bekleidung wurden jetzt getroffen. Lars entschied sich dafür den roten, selbst-gestrickten Schal anzubehalten.

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Schon frühzeitig schied übrigens auch ein Teilnehmer aus der Wertung der „Ohne-Engen-Hosen-Läufer“ raus. E. Uzi entschied sich dafür mit den „Tights“ (Fachsprache für enge Hosen) zu laufen. Und für el capitan war sein Eigengewicht noch nicht genug und er schnallte sich gleich noch einen Rucksack auf. (Auf dem folgenden Foto leider nicht so gut erkennbar. Andere Fotos existieren aus unbekannten Gründen nicht.)

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Weniger als fünf Minuten vor dem Start wurde dann getestet, ob die Sache mit der Bindung wirklich so einfach war. Und tatsächlich: die Verkäuferin sollte Recht behalten. Die letzte Hürde war geschafft. Nur noch 42 Kilometer und einige Stunden trennten uns von der Ziellinie in S-Chanf. Wie lange diese 42 Kilometer sind, liess sich nur erahnen. Etwas besser abschätzen liess sich die Sache dann, als Lars, der kleine Eisbär, noch vor der Startlinie auf seinem Hinterteil landete und grob geschätzte drei Minuten benötigte, um wieder auf die Beine zu kommen.

9.30 Uhr: Das „Abenteuer Engadiner Skimarathon“ geht in die letzte Runde. Die ersten 10 Kilometer über die (zum Glück) gefrorenen Seen waren ein tolles Erlebnis. Mit tausenden anderen Hobby-Langläufern gleiteten (oder stolperten) wir bei strahlendem Wetter über die frisch präparierte Loipe. Und vor allem gings bis jetzt immer noch lediglich geradeaus.

Dann wurde es jedoch etwas hügeliger. Aber mittlerweile hatten wir auch schon etwas mehr Langlauferfahrung. Und in St. Moritz erwarteten uns dann auch schon die ersten Fans.

An den Verpflegungsstationen liessen wir uns jeweils genügend Zeit, um uns vollständig zu regenerieren. Das Startgeld hatte ich wahrscheinlich nur durch Konsumation von Rivella, Bouillon, Reisküchlein und Bananen bereits bei Kilometer 30 herausgeschlagen.

Ich stand schon relativ schnell einigermassen sicher auf den Skiern. So überlebte ich sogar den berühmt berüchtigten Stazerwald ohne Sturz. Anderen ging es dabei allerdings weitaus weniger gut. Auch Holger gehörte zu den Opfern des Stazerwalds. 

Endlich waren die Steigungen vorbei. Die Hälfte der Strecke war bereits absolviert. Und dann erhielten wir noch einen ganz besonderen Empfang.

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Laura und Stephi, unsere grössten Fans, erwarteten uns mit grossen Armen und einem super Plakat. (Unsere Wolldecke hat sich dafür uneigennützig als Freiwillige gemeldet.) Die zwei Fehlenden diese Photos, el capitan und E. Uzi, haben uns zu diesem Zeitpunkt schon um Kilometer abgehängt.

Und nun gings ab in den Windkanal. Die Strecke über den Flugplatz von Samedan fühlte sich tatsächlich an, als ob ihn Peter Sauber auch noch als Testgelände einsetzen würde. Auch hier kämpften wir uns durch und erreichten die nächste Verpflegungsstation. Von da an ging alles ziemlich schnell. Bei Kilometer 35 erwartete uns ein weiteres Highlight. Zuerst trafen wir noch einmal unsere Fans Hugo und Rita, danach gabs am Verpflegungsposten auch noch einen Champagner. Mit diesem Antrieb schafften wir au
ch noch die Anhöhen von Golan.

Müde aber extrem stolz und zufrieden erreichten wir dann das Ziel in S-Chanf. el capitan schaffte es in weniger als 4 Stunden. E. Uzi benötigte nur wenig mehr. Jack, Lars, Holger, der Trikotzupfer und ich überfuhren die Ziellinie nach 4 Stunden und 52 Minuten. Und dies immer noch gut gelaunt.

Der Tag war ein voller Erfolg. Der Lauf, die gemeinsame Herausforderung und auch das Langlaufen hat extrem Spass gemacht. Ein gelungenes Unterfangen nimmt sein Ende.

Ein spezieller Dank geht an Laura und Stephi, ohne die unser Abenteuer in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Ohne Startnummern, ohne Bett und ohne Motivatoren unterwegs wäre ein solcher Tag kaum möglich gewesen.

Hier noch einige Eindrücke vom „Abenteuer Engadiner Skimarathon“:

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