Abenteuer Engadiner Skimarathon – Teil III: Standortbestimmung Kondition

Zu Beginn der langen Vorbereitung stellten sich zwei der (inzwischen sind es) 7 Abenteurer einer konditionellen Standortbestimmung, um herauszufinden, ob noch irgendwelche Defizite aufzuarbeiten sind, oder ob wir über die schönen Feiertage so richtig zuschlagen können. So machten wir uns zu zweit (okay wir waren nicht ganz alleine) in einem etwas ungewohnten Läufertenu (keine hinterteilbetonende enge Hosen) auf den Weg an den Frauenfelder Halbmarathon.

Um die Meinungsvielfalt auf diesem Blog zu gewährleisten, war mein Mittstreiter, der Trikotzupfer, so freundlich, einen Gastbeitrag zu schreiben und somit einen Einblick in seine persönliche ‚Road to the Engadiner‘ zu gestatten.

„Nachdem man sich, wie bereits gelesen, schon frühzeitig ums richtige Material für das grosse Projekt gekümmert hatte, bedarf es natürlich ebenso einer minutiösen körperlichen Vorbereitung, um die höchst wahrscheinlich höchst qualvollen 42,195 km im Engadin möglichst schadlos zu überstehen. Am vergangenen Sonntag bot sich deshalb der „Frauenfelder“ an, um den aktuellen Stand der eigenen Kondition zu überprüfen. Der Halbmarathon von Wil nach Frauenfeld liegt im Kalender ideal, sowohl um den Schwung der Vorrunde auszunutzen, quasi als „Auslaufen“, aber auch als Startschuss in die nächste Stufe der körperlichen Marathonvorbereitung. Die 21097.5 Meter wären eigentlich eine gute Fussballer Distanz, denn einigermassen in Form und mit etwas Wille wären sie in 90 Minuten, also in einer Fussball Einheit zu meistern. Diese Rechnung täuscht allerdings, denn in einem durchschnittlichen Fussballspiel auf (sagen wir einmal) durchschnittlichem Zweitliganiveau wird sicher weniger gelaufen. Für Spieler auf den Aussenbahnen ist es jedoch bedeutend mehr als Beispielsweise für eine Nummer Zehn, die höchstens 3.2 km pro Spiel mit Einlaufen und Anreiseweg (als Beispiel bietet sich an dieser Stelle der Weg von Engelburg ins Gründenmoos an) zurücklegt.

Zu Beginn war es für den Läufer Laien noch relativ unterhaltsam die Region im Nebel und umgeben von eng anliegenden Läuferhöschen zu betrachten. Mit zunehmender Dauer des Laufes verwandelten sich die abwechslungsreichen Hügel und Täler aber zu einer höllischen Berg- und Talbahn und spätestens in einem Dörfchen am Hügel, wo Bratwurst und Bier serviert wurden, wünschte man sich, die Veranstaltung wäre beispielsweise wegen schwerem Hagel abgesagt worden. Das Training der letzten Wochen, das sich ausschliesslich auf visuelles TV-Studium beschränkte, war in dieser Phase des Laufs von überraschend kleiner Hilfe. Die Beine wurden immer schwerer und die Anstiege immer steiler. Die vereinzelten Getränkestationen waren neben dem postfinalen Bier und dem traditionsreichen türkischen Hauptnahrungsmittel die einzigen Lichtblicke am Ende des dunklen Waldabschnittes.

Endlich im Ziel angekommen, war man froh, endlich wieder einmal kommunizieren zu können, ohne gleich in Atemnot zu gelangen. Ausserdem wurde vor Augen geführt, weshalb man sich vor einiger Zeit für einen anderen als den Ausdauersport entschieden hatte. Und dass einige noch einiges an Arbeit im Hinblick auf den 11. März vor sich haben. Übrigens wurde es bei mir etwas mehr als die fussballeinheitlichen 90 Minuten. Es ging in die Verlängerung mit relativ frühem Golden Goal sozusagen. Meine Entscheidung, am Engadiner auf meine ausgereifte Skating-Technik statt auf Kondition zu setzen, wurde somit bestätigt.“


PS: Für den interessierten Leser, der das genaue erreichte Resultat der beiden Langlauf-Spezialisten erfahren möchte:

In der internen Rangliste jener Läufer ohne enge Hosen und mit Fussballtrikot belegten wir die Ränge 1 und 2.

 

Advertisements

Kommentare

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s