NZZ vs. St. Galler Tagblatt – ein Web 2.0 Vergleich

Dass das Web 2.0 auch und insbesondere für Medien und Zeitungen ein grosses Potential birgt, ist mittlerweile bekannt. Doch wird dieses Potential auch ausgeschöpft? Um dies herauszufinden, hab ich zwei Tageszeitungen analysiert und verglichen. Wie schneidet das regionale St. Galler Tagblatt gegen den nationalen Riesen, die NZZ, ab? Das Resultat zeigt: Die beiden sind verschieden wie Tag und Nacht, wie schwarz und weiss… oder wie wenn der FC St. Gallen gegen den FC Luzern spielt… Ob es beim Web 2.0 Vergleich auch die St. Galler sind, die eine Niederlage hinnehmen müssen, erfahrt ihr hier.

 

NZZ

Homepage: Auf der Internetseite der NZZ ist auf den ersten Blich noch nicht viel von Web 2.0 zu sehen. Die aktuellsten Artikel sind zuoberst präsentiert, es gibt verschiedenste Rubriken von Politik über Sport bis zu Kultur und überall sind die passenden Beiträge zu finden. Auf der rechten Seite, und das entspricht schon eher der Idee des modernen Internets, lassen sich die neuesten, die meistgelesenen und die meistkommentierten Artikel anwählen. So sind wir bereits bei der Kommentarfunktion, die so oft einige interessante Erkenntnisse liefert. Gerade bei politischen Themen können die Diskussionen oftmals als äusserst angeregt bezeichnet werden. Als Beispiel hat dieser NZZ-Blogpost (dazu später) zur Schweizer Flüchtlingspolitik bereits mehr als 150 Kommentare. Eine beachtliche Leistung.

Blogs: Auf der Internetseite lassen sich zudem Blogs zu verschiedensten Themen finden. Wer sich für Technik und das Web 2.0 interessiert wird dabei genau so fündig wie einer der mehr über den Alltag einer Klosterschwester erfahren will.

Twitter: Auch auf Twitter ist die NZZ äusserst aktiv. Verschiedenste Twitter-Accounts informieren regelmässig über die neuesten Geschehnisse auf der ganzen Welt. NZZonline (für alle), NZZcampus (für Studenten), NZZexecutive (für CEO’s) oder NZZvotum (für Politiker) sind nur einige der vielen Möglichkeiten der Zürcher Zeitung zu folgen. 

Facebook: Auf Facebook siehts eigentlich genau gleich aus, wie auf Twitter. Auch dort gibt es für jede mögliche Rubrik eine eigene Fanpage. Was bei Facebook besonders auffällt, ist die regelmässige und sehr starke Interaktion mit den Lesern. Es werden viele Fragen gestellt und auch beantwortet. Ein gutes Beispiel dafür ist die Seite des NZZ Magazins Folio.

 

St. Galler Tagblatt

Homepage: Bei der Tagblatt-Homepage gibts noch nicht soooo viel zu meckern. Die aktuellsten News sind schnell ersichtlich und die Kommentarfunktion besteht genau gleich wie bei der NZZ. Was positiv auffällt sind kleine Kurz-Umfragen, bei denen der Leser zum Beispiel abstimmen kann, ob es dem FC St. Gallen doch noch für den Ligaerhalt reicht, oder ob sie schon bald das Abenteuer Challenge League in Angriff nehmen müssen. Blogs sucht man auf der Tagblatt-Seite jedoch vergebens.

Twitter: Mit @tagblatt_ch existiert ein Twitter-Account der St. Galler Tageszeitung. Das ist positiv. Der Twitter-Auftritt ist allerdings nicht aktiv. Das heisst, die Zeitung hat noch kein grosses Gezwitscher von sich gegeben. Bis jetzt wurde kein einziger Tweet in die Twitter-Welt gesendet. Das ist negativ. Deshalb hat das Tagblatt auch lediglich 165 Follower. Im Vergleich zu den gut 9000 bei NZZ nicht gerade eine grosse Menge.

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Facebook: Die Nicht-Präsenz auf Facebook ist fast noch schlimmer. Auch hier existiert wiederum eine Fanseite. Allerdings ist diese so schwach, dass man innert Sekunden wieder weg ist. Der Beschreibungstext stammt 1:1 aus Wikipedia, es gibt stolze 13 Personen, denen diese Seite gefällt und es ist kein einziger Tagblatt-Zeitungsartikel zu finden, der auf irgendeine Weise von dieser Seite aus verlinkt ist.

Man sieht, die St. Galler Regionalzeitung hat in Sachen Web 2.0 noch einiges gut zu machen. Oftmals kann man hören, dass gerade junge Leute keine Zeitung mehr lesen. Dies finde ich jedoch nicht gerade verwunderlich, wenn man von solchen Marketing-Mitteln, welche perfekt auf eine junge Zielgruppe abgestimmt ist, nicht Gebrauch macht. Dies ist bedauerlich, da in diesen Kommunikationsmitteln ein riesiges Potential liegt.

 

Wie siehts bei euch aus? Welche Zeitungen lest ihr online? Gibt es andere Medienunternehmen mit guten Facebook oder Twitter Seiten? Eure Erfahrungen würden mich interessieren…

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2 comments on “NZZ vs. St. Galler Tagblatt – ein Web 2.0 Vergleich

  1. Nun m??ssen wir auch die Zielgruppen und Audienz in Betracht halten. Die NZZ hat eines des gr??ssten Lesepublikums der Schweiz. Das Zielpublikum der St. Galler Tagblatt ist im Vergleich sehr klein. Ich weiss nicht ob zu viel Web 2.0 Einsatz, ein guter Strategie f??r den St. Galler Tagblatt ist.

  2. Ich denke nicht, dass mehr Pr??senz des Tagblatts im Web 2.0 schaden w??rde. Im Gegenteil: Auch in der Ostschweiz sind die Leute auf Facebook und Twitter. Auch wenn es im Vergleich zur NZZ oder zum Tagesanzeiger eine kleinere Zeitung ist, kann sie durchaus von solchen Sozialen Netzwerken profitieren. Sie erreichen ihre Leser ??ber einen weiteren Kommunikationskanal und gerade bei den j??ngeren Generationen, die im Netz sehr aktiv sind, w??re eine gute Internet-Pr??senz ein Vorteil. Ich denke solche Massnahmen w??rden auch auf grosses Interesse stossen, gerade bei regional aktuellen Themen.

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